水曜日, 1月 31, 2007

法隆寺 - Hōryū-ji

Heute war ich also endlich beim Hōryū-ji. Auf seinem Gelände befinden sich die ältesten erhaltenen Holzgebäude der Welt und außerdem viele Nationalschätze und Kulturgüter. Die Anlage ist wunderschön und das Wetter wirklich herrlich. Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen, schaut euch einfach die Bilder in meinem ersten Blog-Album an (einfach das Bild anklicken). Auf dem Gelände befindet sich auch noch der Chuugo-Tempel, den ich mir auch angesehen habe.
Im Wohnheim herrscht zur Zeit geschäftiges Treiben. Heute ist der letzte Tag im Monat, das Semester ist zu Ende und viele Orionler ziehen aus, unter anderem meine Nachbarin und die Nervbratze, die zwischen Ronja und Mercy wohnt. Das Wohnheim hat ab morgen auch keine Tutoren mehr, denn Eva und Masanori verlassen uns ebenfalls.

月曜日, 1月 29, 2007

Nara

Eigentlich hätte ich ja zur Uni gemusst... Nun ja, ich habe drei Referate verpasst, also nichts Wichtiges. Ich bin heute morgen schon früh aus dem Haus gegangen, weil ich zum Horyuji-Tempel wollte. Ich als Ausländer habe natürlich keinen Plan davon, wie man am unkompliziertesten dahin kommt, aber da ich wusste, dass von Nara aus Busse hin fahren, habe ich mich für diesen sicheren Weg entschieden. Es gibt zwar auch eine JR-Station namens Horyuji, aber das heißt ja noch lange nichts. Schließlich verfüge ich über keinerlei Orientierungssinn und habe zudem noch das Talent, mich auch in kleinsten Regionen vollkommen zu verlaufen. In Nara sagte mir eine nette Frau an der Touristeninformation, dass ich doch bitte nicht den Bus nehmen solle. Das wäre viel zu teuer und die Fahrt zum Horyuji würde knapp eine Stunde dauern. Ich solle doch bitte die Bahn nehmen und ab der Horyuji-Station wären es mit dem Bus Nr. 2 nur noch 8 min. Da ich aber keine Lust hatte, wieder zurück Richtung Osaka zu fahren, habe ich meine Pläne kurzerhand geändert, den Ausflug zum Horyuji gedanklich auf einen anderen Tag verlegt und stattdessen nach einem Stadtplan von Nara gefragt (ich hab zwar schon etliche, aber die sind alle in einem Karton auf dem Weg nach Hamburg) und mir schnell ein paar neue Ziele für den Tag herausgfischt. Insgesamt war ich wohl bei ca. 12 Tempeln und Schreinen, nur bei welchen, die ich zuvor noch nicht besucht habe. Die wichtigsten waren:

- Gangoji-Tempel
- Jurin-in-Tempel
- Shin-yakushiji-Tempel
- Fukuchi-in-Tempel
- Shomyoji-Tempel
- Jigenji-Tempel
- Isagawa-Schrein
- Denkoji-Tempel
- Jotoku-ji-Tempel
Die anderen habe ich eher zufällig entdeckt, sie waren nicht im Stadtplan verzeichnet und daher kenne ich ihre Namen auch nicht. Nach dieser Tour und natürlich etwas Shopping war ich so erschöpft, dass ich nur noch sitzen wollte, am besten in der Bahn Richtung Orion. Ich bin dann auch um 14:30 Uhr wieder aufgebrochen, schließlich werde ich noch einmal nach Nara fahren. Ich möchte mir unbedingt noch einmal ausgiebig die Waldregion ansehen, aber ich habe ja noch knapp vier Wochen Zeit.

日曜日, 1月 28, 2007

Streifzug durch Tennoji

Heute bin ich zuerst nach Shinimamiya gefahren, weil ich mir dort in einem Laden Jika-Tabi kaufen wollte, japanische Schuhe, die zum Klettern und Arbeiten genutzt, aber auch zu festlichen Veranstaltungen getragen werden. In dem Geschäft gab es aber nur blaue und die sahen alle etwas schäbig aus, sodass ich sie doch über's Internet bestellen werde.
Ich bin dann in den Tennoji-Zoo gegangen. Es wurde mir schnell klar, dass dieser Zoo kein Geld hat (Wer hat das schon?), aber dennoch ist es eine interessante Anlage, die sogar in Themenbereiche aufgeteilt wurde. Mein Tipp an den Zoo: Verlangt den doppelten Eintritt und verbessert so die Tierhaltung (Der Eintritt von Hagenbecks Tierpark läge dann noch immer mehr als 100% höher!). Ich war für die japanischen Zoobesucher mal wieder genauso eine Attraktion wie die Tiere selbt. So, wie mich einige der Tiere angesehen haben, könnte man glauben, die hätten auch erkannt, dass ich keine Japanerin bin. :-) Auf jeden Fall wirkten die meisten Tiere nicht sehr glücklich, oder ist es etwas Gutes, wenn die immer im Kreis laufen?
Eigentlich wollte ich nach dem Besuch im Zoo gleich weiter zum Shitennoji, dem größten und bekanntesten Tempel Osakas, aber da ich nicht wusste, wo sich dieser Tempel genau befindet, musste ich suchen. Mein Weg führte mich zunächst vorbei an mehreren Love-Hotels mit so berauschenden Namen wie "La Perle", "Loire" oder auch "Big Kiss". Dann habe ich sage und schreibe drei andere Tempel- bzw. Schreinanlagen entdeckt, die ich mir selbstverständlich alle angesehen habe. Unglaublich, dass sich in unmittebarer Nähe des Tennoji-Bahnhofs so viele Anlagen befinden und ich nichts davon geahnt habe. Immerhin komme ich da bestimmt jede Woche vorbei. In einem der Tempel fand gerade eine Zeremonie statt, aber ich habe mich still und leise in eine der hinteresten Ecken verkrochen und zugesehen.
Dann endlich habe ich mein Objekt der Begierde gefunden. Die Anlage war wirklich schön. Ich bin zunächst in den zum Tempel gehörenden Park gegangen, der mich auf's neue davon überzeugt hat, dass Japaner was von Garten- und Steingartenkunst verstehen. Die Tempelanlage selbst war nicht übermäßig spektakulär, aber trotzdem hat sich der Besuch gelohnt. Wie die meisten historischen Gebäude oder Anlagen Japans, ist auch diese Temeplanlage irgendwann ein Opfer der Flammen geworden und wurde rekonstruiert. Einige Bronzestatuen sind aber erhalten geblieben und die habe ich mir auch angesehen, u. a. eine Buddhastatue, die der in Nara ähnelt, in punkto Größe aber selbstverständlich nicht mithalen kann.

土曜日, 1月 27, 2007

岸和田城 - Das Schloss von Kishiwada


Mercy und ich waren heute in Kishiwada. Die Hauptattraktion ist das dortige Schloss, welches aber im Vergleich zum Osaka-Schloss sehr klein ist. Die Schlossanlage, vor allem aber der Steingarten, waren wirklich schön.
Von oben haben wir eine interessante Gartenanlage gesehen und sind da auch noch hinspaziert. Der Komplex nennt sich Gohuso Villa, wie ich mittlerweile herausfinden konnte.
Worüber ich mich heute mal wieder geärgert habe, ist die Tatsache, dass die Bahnen in Japan zum größten Teil privatisiert sind. Es gibt die JR (Japan Rail), die ich auch am meisten benutze, aber der Rest sind Privatlinien. Das allein wäre ja nicht so schlimm, denn ich habe eine Fahrkarte, mit der ich alle Bahnen benutzen kann, aber es gibt nicht einen Stadtplan, auf dem alle Linien verzeichnet sind. Wenn man nun aber irgendwo hinmöchte und unterwegs den Bahnanbieter wechseln muss, ist man aufgeschmissen. So brauchten Mercy und ich 1,5 Stunden zum Schloss und nur 30min zurück, weil wir herausgefunden hatten, dass wir auch anders fahren können. Danke Japan! Großartige Idee!

金曜日, 1月 26, 2007

Meine große Hafentour!

Gestern war ein sehr ereignisreicher Tag, ich habe viel gesehen und viel erlebt. Ich bin an den Hafen gefahren und war im Tempozan Market Place shoppen, allerdings habe ich es in dem Gebäude nicht sehr lange ausgehalten, denn es war recht merkwürdig angelegt und ich hab irgendwann die Orientierung verloren. Aber ich habe dort meine japanische Lieblingssüßigkeit gefunden, die eigentlich eine Spezialität aus Kyoto ist. Wie das Zeugs heisst, weiß ich seit dem letzten Tandem mit Maria, die ja in der Nähe von Kyoto wohnt: Otabe! Es ist eine Art Teig aus gemaschtem Reis mit einer Füllung. Am besten schmecken die mit Schokofüllung. *lecker* Aber auch die mir Erdbeerfüllung sind nicht schlecht. Ich mag sogar die mit süßer Bohnenpaste. Wirklich lecker, aber leider hält es sich nicht sehr lange. Ich werd mich mal schlaumachen, ob man Otabe nicht auch über's Internet bestellen kann, ansosnten bestehe ich auf einen Welt-Doreen-Tag im Spätsommer, wenn all die verrückten Japos von dieser Insel zurück in die Heimat kommen.
Anschließne war ich im IMAX und hab mir den 3D-Film "Deep Sea" angesehen, sogar auf englisch! Ich hab' mir mal erlaubt, die Headphones zu nehmen, denn so konnte ich 40min der sexy Stimme von Johnny Depp lauschen (und Kate Winslet, aber wen interessiert das?). Der Film war gut, aber warum laufen in IMAX-Kinos immer dieser Umwelt-Filme? Bevor der Film anfing, liefen im Kinosaal verschiedene Songs zum Thema Umwelt, u. a. auch "Gebet an den Planet" von Thomas D., war schon etwas merkwürdig, auf einmal ein deutsches Lied zu hören. Außerdem habe ich gerade mein Bastian-Sick-Buch beendet und dann dieser Songtext: "Hier ist mein Gebet, an diesen Planet". Hallo, schon mal was vom Akkusativ gehört? Oder fällt das auch unter poetische Freiheit, so wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" (statt brechen)?
Meine nächste Station war das Osaka Aquarium Kaiyukan, eines der größten Aquarien der Welt. Ich habe Äffchen, Schildkröten, Haie, Thunfische, Robben, Delfine, Quallen, Otter, Krebse und viele andere Tiere gesehen und dank des English Hearing Guides auch viel dazu gelernt.Zuletzt wollte ich noch ins Maritime Museum. Der Ausgang der Straßenbahnstation führte mich zuerst jedoch ins ATC (Asian Trade Center), welches direkt neben dem WTC liegt. Das Gebäude ist eigentlich auch eine Shopping Mall mit vielen Outlet Stores, aber auch hier war die Architektur recht merkwürdig und außerdem war außer mir kaum jemand in dem riesigen Gebäude und weil ich es dort etwas umheimlich fand, bin ich bald schon weiter gegangen zum Museum. Dort hatte ich leider nur noch 20min, weil das Museum um 17 Uhr schließt. Ich musste zwar hetzen, habe aber alles gesehen. Die Hauptattraktion ist ein riesiges Schiff, das einst zwischen Osaka und Eda (heute Tokyo) verkehrte und dieses Schiff nimmt schon 90% des Museums ein.
Das war mein Donnerstag! Mal schauen, was der Samstag bringt!

土曜日, 1月 20, 2007

Himeji mit Danny & Akashi

Heute früh bin ich nach Himeji gefahren und wegen mir nicht bekannter Verzögerungen im Zugverkehr dort erst um 11:30 Uhr angekommen. In Himeji hat Danny schon auf mich gewartet, der nur wenig Zeit hatte, denn schließlich brauchte er vier Stunden nach Himeji, also auch wieder vier Stunden zurück. Wir sind mehr oder weniger zum Schloss gehetzt, damit wir anschließend noch shoppen gehen konnten. Ich kam nicht umhin, mir eine neue Himitsu Bako zu kaufen, diesmal eine 4er-Schachtel.
Bei Starbucks hab ich dann wieder Bleck-Nachhilfe bekommen, diesmal wegen meines neuen Denshis. Das ist so toll, es kann nämlich sämtliche Gedichte des Hyakkunin-isshu singen!!!
Um 15:30 Uhr haben Danny und ich uns auch schon wieder trennen müssen, diesmal für längere Zeit, um genau zu sein: 7 Monate (@Danny: Bin mir sicher, die Hölle ist schlimmer, also Kopf hoch!).
Da es wettertechnisch so ein schöner Tag war, bin ich nach drei Stationen wieder ausgestiegen und habe mir noch das Schloss von Akashi und die Burg-/Parkanlage angesehen. Insgesamt gefiel mir Akashi sogar besser als Himeji, aber die Burganlage war voller Pärchen und das hat voll genervt.

金曜日, 1月 19, 2007

Sakai-Museum

Gestern früh habe ich ein weiteres Paket gepackt, dass sich mittlerweile auf dem Weg nach Deutschland befindet. Da im Serviceland Japan die Post sogar zu einem nach Hause kommt, brauchte ich das 17kg schwere Paket nicht extra zur Post zu schleppen, dafür musste ich aber bis 16 Uhr warten, bis eine schmächtige Frau endlich kam und sich damit abmühte. Unglaublich, was sich so alles angesammelt hat, mittlerweile habe ich schon 51kg nach Hause geschickt. Na schön, ca. 5kg gehören Timo und es waren auch Klamotten dabei. Nun sollte ich jedenfals nicht mehr Gefahr laufen, einen zu schweren Koffer mit nach Hause zu nehmen (an dieser Stelle muss ich doch mal Felix grüßen, der weiß ja noch, wie schwer mein Koffer sein kann).
Bis 16 Uhr saß ich also gestern, mehr oder weniger konzentriert, an meiner Übersetzung für Sakamoto. Nachdem das Paket endlich abgeholt worden war, habe ich mich gleich auf den Weg ins Sakai-Museum gemacht. Das sah von außen schon spannend aus, weshalb ich da unbedingt hinwollte.Leider waren die Informationen ausschließlich auf Japanisch und mein Elan, das zu lesen (und dann noch ohne Denshi) war gleich Null. Aber zum Großteil konnte ich mir schon zusammenreimen, was da stand. Die Hauptthemen waren selbstverständlich die berühmten Hügelgräber in Schlüssellochform sowie die Schwert- und Waffenschmiedekunst.
Im Hauptteil des Museums war das Fotografieren leider nicht gestattet, obwohl es einige wirklich schöne Dinge, z. B. einen Omikoshi (einen tragbaren Schrein), zu sehen gab. In meinen beiden Heftchen, die ich bekommen habe, kann ich das Wichtigste auch noch mal auf englisch nachlesen, also hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt.Heute hab ich wieder an der Übersetzung gesessen, gut zwei Drittel sind schon geschafft. Dann musste ich dringend putzen, was ich seit fünf Wochen nicht mehr getan habe. Es wurde wirklich Zeit...

水曜日, 1月 17, 2007

Ich dachte immer, mein Mac wäre ein Frauenversteher...

...wozu habe mir denn einen Mac gekauft??? Weil Herr Bleck gesagt hat "Kauf dir einen Mac!". Na ja, immerhin kann ich Herrn Bleck jederzeit anrufen, auch um 8 Uhr nachts!!!
Alles hat damit angefangen, dass mein "Häuschen" plötzlich weg war - der wichtigste Ordner überhaupt, wie ich nun durch Bleck-Nachhilfe weiß. Es folgte viel Hin- und Hergeschiebe (natürlich unter strenger Anleitung meines Systemadministrators). Alles gut, nur vom Desktop fehlte alles. Sämtliche Drei Fragezeichen-Folgen lassen sich natürlich leicht wieder beschaffen, aber die Japan-Bilder waren auch betroffen. *hilfeschrei*
Ein Daten-Rescue-Programm wirkte Wunder.Nun ja, mittlerweile ist alles wieder da, muss nur wieder sortiert und archiviert werden. Und ich brauche Nervennahrung! Mist, keine deutsche Schokolade mehr da!
Mein "Häuschen" hat jetzt außerdem einen neuen Ort zugeteilt bekommen und schlummert friedlich. So etwas passiert mir bestimmt nicht noch einmal ;-) (Und ich kann schon wieder lachen!)

"Danke" an Timo für's Zujammernlassen und Wiederaufbauen!
"Danke" an Danny für die umfangreiche und aufwendige Hilfeaktion!
"Danke" an Robert für das Benutzen der externen Festplatte!
"Danke" an Lukas für die erneute Zusendung der lumato-Daten (hab sie mir diesmal auch aufgeschrieben)!

Kann mir nun noch jemand sagen, wann meine Skype-Kontakte oder mein Guthaben wieder auftauchen? Oder anders gefragt: Wer kennt die Telefonnummer meiner Oma im Hotel auf Lanzarote?

Und @Danny: Ich hab` nicht rumgespielt!!! (Und selbst wenn, dann würde ich's nicht zugeben! Bätsch!!!)

日曜日, 1月 14, 2007

Neujahrsspiele

Seit Timos Heimflug lasse ich mich nun also von den Drei Fragezeichen, Bastian Sick und dem "Man in Black" trösten. Nun ja, das Leben geht schließlich weiter und lang ist es ja nicht mehr, bis auch ich wieder in Hamburg sein werde.
Am Mittwoch haben wir, statt einen Zeitungsartikel zu lesen, Spiele gespielt. Nicht irgendwelche Spiele, sondern Spiele, die in Japan gerade an Neujahr gespielt werden.
Das bekannteste dieser Spiele ist das Uta Garuta. Die Karten sind die sogenannten Hyakunin isshu-Karten ("Hundert Menschen - (jeweils) Ein Gedicht"), sie liegen aufgedeckt auf dem Tisch. Auf jeder Karte steht der letzte Teil eines dieser berühmten japanischen Gedichte. Zum Spiel gehört auch eine CD (wahlweise kann auch jemand die Verse aus dem Begleitheft vorlesen) und so wird ein Gedicht nach dem anderen vorgelesen und man muss versuchen, die Karte mit dem zweiten Teil des Gedichts möglichst schnell zu finden, am besten natürlich, ehe eben dieser Teil vorgelesen wird. So lernen Japaner auch die hundert Gedichte auswendig.
Mit demselben Kartenspiel, aber den anderen 100 Karten, die das Spiel beinhaltet (nämlich Bildkarten), haben wir das Mönch-Spiel gespielt: Einfache Regeln, schneller Zeitvertreib, nicht anspruchsvoll, aber unterhaltsam.
Zu guter letzt haben wir noch das Hanafuda gespielt. Die Blumenmotive der einzelnen Karten symbolisieren unterschiedliche Monate und haben unterschiedliche Werte. Gewonnen hat am Ende natürlich derjenige Spieler mit den meisten Punkten.
Am nächsten Tag bin ich also gleich in die Stadt gefahren, um die Spiele zu kaufen und um so ein weiteres Stückchen japanischer Kultur mit nach Deutschland nehmen zu können.

土曜日, 1月 13, 2007

Bambusschiffchen und der Abschied


Freitag haben wir es ruhig angehen lassen udn sind im Daisen-Park spazieren gegangen. Leider hatten der Japanische Garten und das Sakai-Museum geschlossen. Timo hat aus Bambusblättern kleine Schiffchen gebastelt, sogenannte Sasabune. Die haben wir im Parksee dann schwimmen lassen. Klingt vielleicht kitschig, aber das war irgendwie romantisch...Am Samstag haben wir soweit alles gepackt und ich habe mit Ronjas Hilfe ein weietres Paket nach Deutschland geschickt (knapp 30kg). Hoffentlich kommt's an...
Sonntag dann hieß es Abschied nehmen. Ein ruhiger Abschied war uns nicht vergönnt, denn die Ausläufer eines Taifuns erreichten Osaka und es fuhren keine Bahnen zum Flughafen, der auf einer künstlich angelegten Insel liegt. Wir mussten in aller Herrgottsfrühe auf den Schienenersatzverkehr ausweichen, hatten aber wegen guter Planung doch noch genügend Zeit für ein Frühstück bei Starbucks. Lufthansa war sogar großzügig und hat zu Timos 23kg schwerem Koffer nichts gesagt (normalerweise ist Lufthansa wenig tolerant und meckert schon bei 21 kg).
Eigentlich wollten wir einen schnellen, möglichst schmerzlosen Abschied, aber, zmindest für mich, wurde aus dem "schnell" nichts. Gerade als Timo durch die Kontrolle gegangen war und ich weggehen wollte, ertönte ein ohrenbetäubender Lärm und als ich mich umdrehte, rannte eine riesige Menschenmenge in meine Richtung. Frauchen kreischten, Dutzende japaner zückten ihre Handys, um Fotos zu knipsen und mit einem Mal waren überall Kameramänner. Also bin ich zurück gegangen, um zu sehen, was los war. Irgendwann erblickte ich den Grund für die Aufregung, es war ein junger Japaner, der freundlich in die Kameras lächelte, sonst aber schweigend in Timos Richtung ging, natürlich von einer Schar Polizisten überwacht. Ich habe dann eine neben mir stehende Frau gefragt wer das sei, woraufhin sie nur antwortete "Miyamoto". Bitte wer? Wer ist dieser Miyamoto? Offensichtlich hat sie das unsichtbare Fragezeichen auf meiner Stirn bemerkt, denn sie erklärte mir noch, dass er ein Fußballspieler sei. Zu Hause habe ich ihn erst einmal gegoogelt und so weiß ich nun, dass Miyamoto ein japanischer Fußballer der Nationalmannschaft ist, der zur Zeit in Österreich spielt. Da Timo später meinte, in Frankfurt sei mit ihm ein japanisches Fernsehteam ausgestiegen, bin ich ziemlich sicher, dass Timo und Miyamoto im selben Flieger saßen.
Dieser Vorfall lenkte mich also vom ersten Abschiedsschmerz ab, aber dennoch ist seit Timos Weggang alles anders...

Kyoto

Stationen:
- 金閣寺 (Goldener Tempel)
- Ryōan-ji (Zen-Tempel mit dem berühmtesten Steingarten Japans)
- Ninna-ji
- Shoppen (haben endich einen Samue für Timo gefunden)



Bargain-Sale und Hafentour

Am 1.1. begann in den meisten Geschäften eine Art Winterschlussverkauf. In Japan bedeutet das: Ausnahmezustand! Unmengen von Leuten warteten stundenlang vor ihrem Lieblingsgeschäft und stürmten dann kurz nach Ladenöffnung die Läden. Es kam zu viel Streit und vereinzelt sogar zu Handgreiflichkeiten.
Timo und ich hatten von all dem keine Ahnung, als wir am 2.1. nichtsahnend nach Namba fuhren. Die Straßen waren so voll, dass man nur mit der Menge mitgehen konnte. Wir konnten nur in die Läden hineingehen, die auf unserer Straßenseite lagen, denn in dem dichten Gewirr aus Japanern hieß es immer nur "geradeaus gehen". In die meisten Geschäfte trauten wir uns erst gar nicht rein, weil so viele Leute drinnen waren, dass wir Angst hatten, uns zu verlieren. Etwas Besonderes am japanischen Ausverkauf sind die sogenannten "Happy Bags" oder "Lucky Bags", bei uns würden sie Wundertüten heißen. Diese Bags gibt es in jedem Laden, also sowohl in Schmuckgeschäften, als auch in Schuh- oder Klamottenläden. In letzteren sind außen auf der Tüte dann die Größen angegeben, denn reinschauen kann man selbstverständlich nicht. Die Preise schwanken von umgerechnet ca. 7,00€ bis hin zu 70,00€. Eine "Wundertüte" haben wir uns zwar nicht zugelegt, aber ansonsten auch noch ein paar Schnäppchen finden können.
Am Mittwoch sind wir zum Hafen aufgebrochen.
Wir haben eine Hafenrundfahrt mit der Santa Maria gemacht und sind anschließend zum World Trade Center gefahren. Die Aussicht vom WTC war für mich auch diesmal wieder atemberaubend und die Fahrt mit den gläsernen Außenfahrstühlen vermittelte ein Feeling wie in einem Freefall-Tower (obwohl Timo darauf sicher gern verzichtet hätte).
Da wir abends mit Danny und Ronja zum Abschiedsessen bei Bubba Gump verabredet waren, sind Timo und ich zu USJ gefahren und waren noch beim Universal City Walk shoppen.Timo hat sogar ein tolles Shirt im Hard Rock Cafe gefunden.
Das Essen bei Bubba Gump war auch diesmal traumhaft und mein Nachtisch, ein Dr. Pepper-Float, hat mich an die Zeit in den Staaten erinnert. Da gehörte Dr. Pepper neben Mountain Dew zu meinen Hauptnahrungsmitteln.

Nach dem Essen haben wir noch Puris gemacht und dann mussten wir uns auch von Danny verabschieden, der am nächsten Tag zurück nach Saijou fuhr. Da Timo und ich Donnerstag nach Kyoto wollten, konnten wir Danny leider nicht am Bus verabschieden (was wir aber liebend gerne getan hätten!!!).