Neujahrsspiele
Seit Timos Heimflug lasse ich mich nun also von den Drei Fragezeichen, Bastian Sick und dem "Man in Black" trösten. Nun ja, das Leben geht schließlich weiter und lang ist es ja nicht mehr, bis auch ich wieder in Hamburg sein werde.
Am Mittwoch haben wir, statt einen Zeitungsartikel zu lesen, Spiele gespielt. Nicht irgendwelche Spiele, sondern Spiele, die in Japan gerade an Neujahr gespielt werden.
Das bekannteste dieser Spiele ist das Uta Garuta. Die Karten sind die sogenannten Hyakunin isshu-Karten ("Hundert Menschen - (jeweils) Ein Gedicht"), sie liegen aufgedeckt auf dem Tisch. Auf jeder Karte steht der letzte Teil eines dieser berühmten japanischen Gedichte. Zum Spiel gehört auch eine CD (wahlweise kann auch jemand die Verse aus dem Begleitheft vorlesen) und so wird ein Gedicht nach dem anderen vorgelesen und man muss versuchen, die Karte mit dem zweiten Teil des Gedichts möglichst schnell zu finden, am besten natürlich, ehe eben dieser Teil vorgelesen wird. So lernen Japaner auch die hundert Gedichte auswendig.
Mit demselben Kartenspiel, aber den anderen 100 Karten, die das Spiel beinhaltet (nämlich Bildkarten), haben wir das Mönch-Spiel gespielt: Einfache Regeln, schneller Zeitvertreib, nicht anspruchsvoll, aber unterhaltsam.
Zu guter letzt haben wir noch das Hanafuda gespielt. Die Blumenmotive der einzelnen Karten symbolisieren unterschiedliche Monate und haben unterschiedliche Werte. Gewonnen hat am Ende natürlich derjenige Spieler mit den meisten Punkten.
Am nächsten Tag bin ich also gleich in die Stadt gefahren, um die Spiele zu kaufen und um so ein weiteres Stückchen japanischer Kultur mit nach Deutschland nehmen zu können.
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