木曜日, 11月 30, 2006

Schreine, Tempel und Tumuli

Das tolle Wetter zog mich heute wieder nach draußen. Ich bin zuerst zum Mozu Hachimangu-Schrein spaziert. Dort fand Anfang Oktober das zweitägige Fest statt. Heute allerdings war außer mir niemand zu sehen und ich konnte ungestört Fotos knipsen. Neben dem Schrein befindet sich der Komyo-in Tempel, den ich auch besichtigt habe. Auf dem Weg zurück zum Wohnheim habe ich ein weiteres Hügelgrab entdeckt und bin drum herum spaziert. Ich hoffe immer noch, einen der mächtigen Hügel betreten zu können, daher ist eine Umrundung drigend erforderlich. Ich habe sogar eine Betonbrücke gefunden, allerdings war sie zur Hälfte eingestürzt und Zäune hätten die Überquerung des Grabens ohnehin verhindert. Am Nachmittag bin ich erneut losgezogen, da sich ganz in der Nähe des Wohnheims noch ein Tumulus befindet. Auch den habe ich umrundet (Zahlt mir jemand Kilometergeld?), aber wieder wurde ich in Sache Betreten enttäuscht. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt...

パ−テイ−が始まります! - Die Party geht los!

Gestern Abend veranstaltete die Literaturwissenschaftliche Fakultät eine Party - von 18:20 Uhr bis 20:00 Uhr. Dass eine "Party" feste Zeiten hat, ist in Japan vollkommen normal. Dass man sich an diese Zeiten hält ebenfalls. Sehr aussagekräftig, wie ich finde.
Als wir pünktlich im Veranstaltungsraum ankamen, wurden wir verschiedenen Tischen zugeteilt. Dort saßen Chinesen, Koreaner und Japaner - alles Literatur-Studenten. Ein Moderator erklärte kurz den Party-Ablauf. Zuerst sollten wir uns innerhalb der Gruppen kurz vorstellen (自己紹介 Yeah!) Anschließend haben wir verschiedene Spiele gespielt, immer in Form von Gruppenwettkämpfen. Wir haben Murmeln mit Stäbchen weitergereicht, Papierflugzeug-Weitfliegen veranstaltet und dann kam der Höhepunkt der Veranstaltung: Wir haben alle zusammen getanzt (spätestens an dieser Stelle haben wir uns gefragt, warum wir uns vorher nicht die Kante gegeben haben, dann wäre der Abend nämlich erträglich gewesen). Für den Tanz bildeten wir Kreise, einen äußeren und einen inneren. Wir haben den Vordermann an die Schultern gefasst und dann hieß es: Links, links - rechts, rechts - vor, zurück, vor, vor. Eigentlich war es mehr ein Hüpfen als Tanzen!!! Stellt euch das bitte einmal bildlich vor: 50 Leute, die in zwei Kreisen in entgegengestze Richtungen hüpfen!!! Ich hab wirklich gedacht, ich bin im falschen Film!!! Ich meine, alle Anwesenden waren Erwachsene! Es ist manchmal wirklich zum Schreien. Das Problem an der Sache ist eigentlich, dass Japaner nach solch einer Veranstaltung der Ansicht sind, etliche neue Freunde gefunden zu haben und so hat dann auch jeder an meinem Tisch meine Handy-E-Mail-Adresse angefordert. Super, viele neue Freunde!!! (Gebt Acht, die Ironie im letzten Satz springt euch sonst an!)
Das Beste zum Schluss: Wie wir gestern erfahren haben, findet kommenden Mittwoch eine ähnliche Verantsaltung für die gesamte Uni statt. Irgendwie wird Vorfreude in diesem Fall nicht zur schönsten Freude...

水曜日, 11月 29, 2006

Der Herbst ist da!

Ich habe heute Morgen einen starken Drang in mir gespürt, nach draußen zu gehen und mir das herbstliche Japan anzuschauen. Dem Verlangen nach Natur und frischer Luft habe ich dann auch nagegeben und bin, bewaffnet mit meiner Kamera, losgezogen. Mein Ziel war der Daisen-Park und es hat sich wirklich gelohnt. Das Farbenspiel der Blätter ist momentan atemberaubend. Japaner unternehmen ja richtige Ausflüge zum Blätter-und-Bäume-schauen. Im Park waren heute früh jedoch nur einige Jogger und Angler anzutreffen. Am Peace-Tower vorbei bin ich den Spazierweg um das Nintoku-Grab entlangmarschiert, bis ich irgendwann in der Näher der JR-Station Mikunigaoka ankam. Dort bin ich noch kurz in einen 100 円-Shop gegangen und habe mir einen Cafe Latte zum Aufwärmen gegönnt. Mit der JR bin ich dann zurück Richtung Wohnheim gefahren und musste auch ziemlich bald wieder zum los zum Unterricht.

火曜日, 11月 28, 2006

It's not good or bad, it's just different!

So lautete der Spruch der Organisation, mit der ich 2000/01 in den USA war. Dieser Spruch beschreibt aber nicht nur die Unterschiede zwischen den Staaten und Deutschland, sondern passt auch hervorragend zu Japan. Ich möchte heute nämlich etwas Besonderem der japanischen Kultur berichten. Es geht ums Niesen, Husten, Nase putzen und schlürfen; also lauter Dinge, die ganz menschlich sind, in Japan jedoch anders gehandhabt werden als bei uns zulande:
Ein Nieser wird in Japan meist komplett ignoriert. Zudem ist man gut beraten, dieses unausweichliche Manöver möglichst leise und unauffällig abzuhalten.
Gehustet wird hingegen frei heraus. Man sitzt beispielsweise ganz unschuldig und ahnungslos in der Bahn und auf einmal geht neben einem eine Hustorgie los. Der Betreffende könnte sich ja die Hand vor den Mund halten, aber wozu? Was draußen ist, geht ihn selbst ja nichts mehr an. Sollen sich doch die anderen den Mund zuhalten!!! Es gibt allerdings auch anständige Huster, die in ein stets bereites Tüchlein husten. S'geht doch!
Seitdem ich Japan bin, gehört das Nase putzen zu Dingen, die ich ganz bewusst tue. Japaner selbst putzen sich die Nase nicht, von einigen wenigen Aunahmen einmal abgesehen. Japan besitzt in dieser Hinsicht eine wahre "Hochzieh-Kultur", soll heißen: Die Nase läuft, also hochziehen! Sie läuft weiter, also weiter hochziehen! Mitunter kann es ganz schön eklig sein, Japanern bei diesem beliebten Spiel zuzuhören. Wenn es dann aber doch zu viel wird, lässt man sein Nasensekret einfach in das zuvor erwähnte Tüchlein laufen. Lecker!
In Sachen schlürfen sind wir Deutschen allerdings die Konservativen. Was bei uns verpönt ist, gehört hier zum guten Ton. Mit dem Spruch "Wer seine Suppe nicht schlürft, dem schmeckt sie wohl nicht!" lässt sich die japanische Einstellung gut beschreiben.
Genug Kultur für heute, ein wenig von meinem Alltag möchte ich auch noch preisgeben. Es gibt nicht viel zu erzählen, außer, dass wir 6 gestern Abend alle zusammen (mit mehr oder weniger Elan) im Game Center nebenan Purikura gemacht haben. Wir wollten schon lange mal welche machen, denn wir haben im studiVZ ja immer noch kein Bild für unsere tolle Orion-Gruppe. Von den vielen Fotos haben wir wieder zwei auf Handy gesandt bekommen und die möchte ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten.
Und dann noch der Witz des Tages:
Im Unterricht sollten wir wieder von unserer letzten Woche berichten. Mercy wollte eigentlich erzählen, dass wir nach Kobe gefahren sind, um Malte bei seinem Wettkampf anzufeuern. Augrund einer dummen Verwechslung hat sie aber der gesamten Klasse erzählt, dass wir Malte erregen wollten.

土曜日, 11月 25, 2006

"Bitte warten Sie!"

Der Freitag war reichlich unspektakulär, dafür umso erholsamer. Ich habe mich bemüht, endlich mal auf E-Mails zu antworten, aber irgendwie wird man damit nie ganz fertig...

Der Joke vom Freitag:
Bento, der ja am Tag zuvor NICHT mit nach Kobe und zum Judo gekommen ist, hat am Freitag auch im Unterricht gefehlt. Mercy, Robert und ich treffen Caro und ihn an der Bahnstation und Bento fragt nur "Ist heute kein Brückentag?" Wirlich, allererste Sahne! Brückentag in Japan, schön wär's. Japanische Angestellte haben ja noch nicht einmal an Feiertagen frei, wozu also Brückentage?

Auch der Samstag war zum Entspannen gedacht, allerdings musste ich ja noch den Aufsatz zum Thema Organhandel übersetzen. Naja, Ronja und ich haben unsere deutschen Fassungen gemütlich oben in der Jungsküche bei Cappuccino und Küchlein übersetzt und ich habe auch shon schön fleißig alles ins tolle Kästchenpapier übertragen.
Abends haben wir dann beim Chinesen nebenan gegessen und das war irgendwie merkwürdig. Wir konnten schon von außen sehen, dass im Restaurant noch viel Plätze frei waren, dennoch hieß es zur Begrüßung "Tragen Sie bitte Ihren Namen ein und warten Sie!". Nett! Ausgesprochen nett! Und so haben wir 15 Minuten gewartet, während ein paar Meter weiter lauter freie Tische auf neue Gäse warteten. Wo bleibt da bitte die Logik?! Zum Glück war das Essen fantastisch, es schmeckte wirklich chinesisch und nicht etwas pseudo chinesisch, also japanisch.

金曜日, 11月 24, 2006

柔道 in 神戸 - Judo in Kobe

Gestern fand ein Judo-Wettkampf zwischen den Universitäten von Osaka, Tokyo und Kobe statt. Da Malte mit von der Partie war, fuhren Ronja, Mercy, Robert und ich gestern nach Kobe, um ihn und auch unsere Uni-Mannschaft anzufeuern und einen Mannschaftskampf mal live mitzuerleben. Eigentlich wollten wir auch noch Kobe erkunden, aber daraus wurde nicht mehr viel.
Die Uni lag etwas außerhalb von Kobe im Rokko-Gebirge und wir haben bis dorthin drei Stunden gebraucht!!! Aber wir kamen pünktlich zu Maltes großem Auftritt. Unsere Uni kämpfte in der ersten Runde gegen Tokyo. Jede Mannschaft stellt 22 Kämpfer in einer zuvor festgelegten Reihenfolge. Die ersten beiden Kontrahenten kämpfen und der Gewinner kämpft gegen den nächsten aus der gegnerischen Mannschaft, bis zum Ende eine Mannschaft keine Kämpfer mehr hat. Das System ist nicht wirklich toll, aber wohl typisch japanisch, um einen Uni-Meister zu ermitteln.Malte war die Freude über unser Erscheinen zu dem Kampf deutlich anzusehen und er hat sich auch super geschlagen. Unsere Uni hat in den vergangen 30 Jahren immer den letzten Platz bei diesem Turnier belegt, aber diesmal besiegten wir Tokyo. Danach traten erst einmal Tokyo und Kobe gegeneinander an und so fuhren wir in die Stadt. Dort haben wir gegessen und geshoppt (Robert ist nun im Besitz einer neuen Sonnenbrille) und sind dann gleich wieder in die Berge gefahren, um das Finale zwischen Osaka und Kobe zu sehen. Leider haben wir die zweite Runde verloren. Malte war zwar super, nicht zuletzt wegen unserer lautstarken Unterstützung, aber leider war die andere Mannschaft insgesamt stärker. Die Kobe-Jungs haben auch gleich vor Freude über ihren Sieg zu heulen angefangen. Und da sag noch mal eine, Japaner könnten keine Emotionen zeigen!!! Bei unseren Judo-Männern flossen auch ein paar Tränen wegen des verpatzten Siegs.
Gut gelaunt fuhren wir nun zum Hafen, der in der Dunkelheit wunderschön aussah. Wir sind in einem gläsernen Fahrstuhl in den 18. Stock eines Gebäudes gefahren und konnten von dort aus das Hafengebiet gut überblicken. Wirklich schööön! Möchte nächsten Monat mit Timo unbedingt nochmal dorthin!

火曜日, 11月 21, 2006

西条im Regen

Sonntag hat es nur geregnet *heul*
Ronja und ich sind pünktlich um 10 Uhr aus den Zimmern raus und zu Danny gelatscht - im Regen. Vollkommen nass, kaputt und überlaunig hat Danny uns mit einem tollen umfangreichen Frühstück aber wieder aufheitern können (alle deutschen Ärtze würden bei unserem Rührei-Konsum an diesem Wochenende wohl Betten auf der Intensivstation freimachen, aber ich habe mal gehört, dass Wissenschaftler den durchschnittlichen Cholesterinwert extrem tief festgesetzt haben, damit die Ärzte abkassieren können).
Wir wollten nach 西条, aber wie jeden Sonntag fand rund um den Campus ein Sportfest statt. Mitten im strömenden Regen liefen dünne japanische Kinder in winzigen Sportoutfits auf den Straßen (!!!) um die Wette und so fuhren die Busse nicht wirklich nach Plan. Irgendwann kamen wir doch an und stiegen in den Bus zum großen "You Me Town" um. Dort hieß es shoppen, an erster Stelle Regencapes, und natürlich Puris machen. Irgendwie schaffen es diese Purikura-Automaten immer, uns mit Neuem zu überraschen. Entweder verstehen wir nicht, dass noch mehr Fotos geschossen werden oder wir checken nicht, wo wir sie bearbeiten können oder... Aber Puris machen so viel Spaß!!!Abends sind wir dann noch einmal in das Restaurant mit den leckeren Okonomiyaki gegangen und sie waren wieder so unglaublich köstlich...ein Traum!!! Anfangs hab ich die Dinger ja gerne als "Japan-Döner" bezeichnet, aber mittlerwile wurde ich eines Besseren belehrt.
Um 22 Uhr fuhr unser Bus dann von 西条 ab. Zum Glück hatte ich mir für die Rückfahrt eine Boxer-Shorts und ein T-Shirt gekauft, denn im Bus war es, wie auch auf der Hinfahrt, höllisch warm.
Montag früh um 7 Uhr waren Ronja und ich wieder im Wohnheim. Nach einem kurzem Telefonat mit Timo, habe ich mich noch einmal schlafen gelegt. Zum Unterricht bin ich aber gegangen.
Dienstag fiel unser Sakamoto-Unterricht aus und Maria hat mich versetzt, bzw. mir nicht gesagt, dass sie diese Woche Dienstag nicht an der Uni ist. Also auch kein Tandem!
Mittwoch fand vor unserem Zeitungslektüre-Kurs noch ein Basar statt, allerdings sah es in den zur Verfügung stehenden Räumen eher nach Flüchtlingslager aus. Aber es gab es Fahrrad, das Roberts Interesse weckte. Es sollte für 1000 円 versteigert werden und bei mehreren Interessenten sollte per Schnick-schnack-schnuck entschieden werden. Also entschlossen sich Mercy, Ronja und ich, Robert tatkräftig zu unterstützen und auch mitzuspielen. Natürlich haben wir gewonnen und so kann Robert nun durch Osaka gurken!

広島 - Hiroshima

Samstag früh musste Danny noch arbeiten, aber um 12 Uhr sind wir nach 広島 aufgebrochen. Zuvor mussten Ronja und ich aus einem nicht nachvollziehbaren Grund unser Zimmer wechseln. Unser komplettes Gepäck mussten wir den ganzen Tag über beim Wächter unten abstellen.
In 広島 angekommen, haben wir uns zuerst aus der Ferne den 原爆ドーム (Genbaku-Dom) angesehen. Bei dieser Atombombenkuppel handelt es sich um die Ruine der Industrie- und Handelskammer, die im Zustand unmittelbar nach dem Atombombenabwurf als Mahnmal konserviert wurde.
Wir sind dann durch den Friedenspark zum Friedensmuseum marschiert. Im Park brennt das sogenannte "ewige Feuer", es wird so lange brennen, wie es noch Atombomben auf der Welt gibt. Im Museum leisteten wir uns einen deutschen "Ear-Guide" und haben zuerst alle historischen und politischen Hintergünde zum Atombombenabwurf und dann noch zahlreiche Enzelschicksale gehört. Besonders der zweite Teil zerrte sehr an der Substanz. Zum Beispiel wurde das Schicksal von der aus Hiroshima stammenden Schülerin Sadako Sasaki (1943-1955) geschildert. Sie kämpfte bis zu ihrem Tod mit dem Falten von Origami-Kranichen gegen ihre Leukämie-Erkrankung, die durch den Atombombenabwurf verursacht worden war. Aufgrund der weltweiten Anteilnahme an ihrem Schicksal wurden Papierkraniche zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstandes gegen den Atomkrieg.
In der Zischenzeit hatte es zu regnen angefangen und so gingen wir in den überdachten Arcaden shoppen. Wir kehrten erst spät zu Dannys Wohnheim zurück, aber Danny ließ es sich nicht nehmen, erneut für Ronja und mich zu kochen.

月曜日, 11月 20, 2006

宮島 - Miyajima


Freitag sind Danny, Ronja und ich schon sehr früh nach 宮嶋 (Miyajima) aufgebrochen. Dazu mussten wir zuerst eine Stunde mit dem Bus nach 広島 (Hiroshima) und dann noch eine weiter Stunde per Straßenbahn nach 宮嶋 fahren. Im Bus konnten wir wenigstens noch einmal die Augen zu machen, denn die Nacht zuvor war recht kurz. Die fahrt mit der Fähre dauerte zum Glück nur ca. 10 Minuten.

Über 宮嶋:
宮嶋 (wörtl. Schrein-Insel) ist eine der drei schönsten Landschaften Japans. Die Insel liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von 広島 unmittelbar vor der Küste von Honshū in der Seto-Inlandsee und ist ca. 30 km² groß. Auf ihr befindet sich Miyajima-cho (宮島町), eine Kleinstadt mit ca. 2.000 Einwohnern.
In der Vergangenheit durfte es auf 宮嶋 weder Geburten noch Todesfälle geben, da beides als Zustand der Unreinheit gilt, und noch heute müssen Tote auf die Hauptinsel gebracht werden.

Die Attraktion überhaupt ist der 厳島神社 (Itsukushima-Schrein):
Die Hauptgebäude des 厳島神社 ruhen direkt vor der Insel auf erhöhten Plattformen, deren Pfeiler bei Flut im Wasser stehen, so dass die ganze Anlage zu schwimmen scheint.Besonders berühmt ist das 鳥居 (Torii) aus dem Jahre 1875, das größte Tor dieser Art. Es ist eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans. Ein solches Tor stellt eine imaginäre Grenze zwischen dem Weltlichen und dem Sakralen dar. Da diese Grenze hier etwa hundertsechzig Meter vor der Insel liegt, wird nicht nur die Heiligkeit des begehbaren Landes, sondern auch die des unbegehbaren Wassers unterstrichen.

Leider hatte sich Danny vorab nicht ausfreichend über die Gezeiten erkundigt, denn während unseres Besuchs auf der Insel herrschte Ebbe. Für ein beeindruckendes Foto vor dem Schrein war das nicht sehr günstig. Aber in fünf Wochen komme ich ja mit Timo noch einmal vorbei.

Wir sind dann durch einen Momiji-Park zur Seilbahnstation gewandert, um den Berg 弥山 (Misen) zu besteigen.

Der 530 m hohe Berg, auf den eine Seilbahn führt, ist vollständig mit Wald bedeckt und die höchste Erhebung in der gesamten Präfektur Hiroshima. Der Berg ist bekannt für seine Felsenaffen, die sich vor allem an der Bergstation der Seilbahn frei und ohne Scheu zwischen den Besuchern bewegen..

Das Wandern war zwar mächtig anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war bombastisch!!!
Eine weitere Besonderheit ist der größte Reislöffel der Welt.
Unten haben wir dann noch Omiyage gekauft und haben uns dann vollkommen erschöpft auf den Heimweg begeben, wo uns Danny Frühlingsrollen gemacht hat.

木曜日, 11月 16, 2006

Ich habe gerade...

...den leckersten お好み焼き (Okonomiyaki) überaupt gegessen!!! (heißt es "den"?)

Geburtstag und Reise nach 西条

Zu meinem Geburtstag hab ich die anderen zum Bowlen eingeladen. Leider hatte ich keine Zeit, um richtig zu feiern, denn um 21:00 Uhr haben Ronja und ich uns auf den Weg zu Danny begeben. Die Busfahrt war eigentlich recht gemütlich. Ich konnte schlafen und hatte viiieeel Beinfreiiheit. Allerdings dachte ich, dass ich im Bus nachts frieren würde, doch stattdessen herrschten Sauna-Temperaturen. Für den Rükweg werde ich mir noch ein T-Shirt und Shorts besorgen.
Gegen 6 Uhr heute früh kamen wir in 西条 an und wurden von Danny empfangen. Wir sind dann erst einmal zu ihm ins Wohnheim gegangen und haben dort gefrühstückt und geduscht, denn die gebuchten Zimmer konnten wir erst ab 16 Uhr beziehen.
Wiebe ist auch noch zu uns gestoßen und gemeinsam haben wir den Campus besichtigt (nebenbei auch die restlichen Fahrkarten für Weihnachten/Silvester besorgt). Dann sind wir zu "You me Town" gegangen und anschließend in den 鏡山公園 (Spiegelberg-Park), um die wunderschönen rotgefärbten Ahornblätter zu bewundern.
Zum Mittag hat Danny für uns deutsche Würstchen und Pommes gemacht, nicht gerade gesund, aber superlecker!!!
Dann sind wir zu unserer Unterkunft gegangen, die direkt auf dem Campus liegt. Die Zimmer sind wirklich toll: Westlicher Stil, westliche Badewanne!!!, ein richtiges Bett und Internet auf dem Zimmer! Was will man mehr?!

火曜日, 11月 14, 2006

Reisevorbereitungen und ein neuer Aufsatz!

Hab ja noch gar nicht erwähnt, dass Ronja und ich morgen Abend unsere Reise zu Danny, Wiebe und Güde nach 広島 (Hiroshima) antreten werden. Um 22 Uhr fährt unser Bus los und laut Plan sollen wir um kurz nach 6 Uhr Donnerstag früh in 西条 (Saijou) ankommen. Bin schon sehr gespannt, was sich Danny so für uns ausgedacht hat.
Heute hatte ich zum ersten Mal Tandem mit Maria. Ich kannte sie ja noch von der Summer School im letzten Jahr. Wir haben zusammen ihre Deutsch-Hausaufgaben gemacht, die es wirklich in sich hatten. Sie nehmen gerade das Plusquamperfekt durch und die Sätze, die sie bilden sollen, klingen nicht gerade angenehm in meinen Ohren. Muss mir bis zur nächsten Woche unbedingt ein paar grammatikalische Ausdrücke auf Japanisch beibringen.
Sakamoto-Unterricht hatten wir auch noch und haben (nach der obligatorischen "Was-habt-ihr-letzte-Woche-gemacht"-Runde) ein Video über Organhandel gesehen. Leider habe ich zuvor nicht mitbekommen, dass wir in 14 Tagen einen kleinen Aufsatz zu dem Thema und auch zum Video abgeben sollen, ansonsten hätte ich nicht die Augen zu gemacht. Naja, hab mir den Inhalt von Ronja erzählen lassen und meine deutsche Fassung war binnen zwei Minuten fertig. Den ersten Satz habe ich sogar schon ins Japanische übersetzt. YEAH! Erfolge braucht der Mensch!Von Timo ist heute ein Geburtstags-Paket gekommen, das ich leider noch nicht auspaclen darf *schmoll* Es steht hier so schön in meinem Zimmer rum und es fällt mir wirklich schwer, die Finger davon zu lassen...
Geundheitlich geht es mit mir bergauf, meine japanischen Wunderpillen zeigen Wirkung!
Ach ja, dann gab es da noch einen tollen Dialog:
Ich zu Mercy: "Hast du eine Nagelpfeile dabei?"
Mercy: "Nein, aber frag mal Malte!"

月曜日, 11月 13, 2006

Ich hab Internet!!!

Kaum zu glauben, aber wahr! Drei Stunden lang sind die Leute von OCN von Zimmer zu Zimmer und von Computer zu Computer gerannt und jetzt funktioniert's endlich. Welcome back Umlaute und welcome back ß!!! Werde nach und nach die letzten Posts noch einmal überarbeiten und dann auch Bilder einfügen! Manno, bin ich gerade happy!!!
Da fällt mir auch gerade nicht ein, was ich sonst noch zu berichten habe! Ach ja, für unseren morgigen Kurs müssen wir einen 400-Zeichen Aufsatz zum Thema "Organtransplantation" schreiben. Haben uns riesig gefreut darüber, ist ja auch nichts weiter... Naja, in 10 Minuten war ich mit der deutschen Fassung fertig und Ronja und ich haben alles ins Japanische übersetzt, wobei Ronja eigentlich alles gemacht hat..
Ansonsten hab ich mich erkältet und außerdem friere ich hier jetzt schon. Oder das hängt mit der Erkältung zusammen. Hab mir aber aus der Apotheke ein Wundermittelchen geholt und jetzt, da wir Internet haben, geht die Erkältung bestimmt schnell vorbei...
Gestern waren Ronja und ich noch in なんば. Viel gekauft haben wir nicht, dafür habe ich mir aus dem Supermarkt einen Trockenständer und einen Duschvorhang geholt. Nun kann ich drinnen meine Wäsche trocknen und setze nicht täglich mein komplettes Badezimmer unter Wasser.

火曜日, 11月 07, 2006

I`m an alien, I`m a legal alien...

Bin jetzt registrierter Alien und kann das sogar beweisen!!! Nun kann ich nicht mehr aus dem Land geschmissen werden, herrliches Gefühl!!! Heute haben wir unsere Alien Registration-Cards abgeholt, wofür wir LEIDER den tollen Unterricht bei Sakamoto schwänzen mussten. Wir saßen in der Mensa mit einer Chinesin aus unserem Kurs und nachdem sie weggegangen ist, meinte Robert "Lasst mal schwänzen!". Hat mich an die gute alte Zeit bei Leinss erinnert "Lasst mal Eis essen!". Naja, Sakamoto wird es verkraften, mal nicht zu erfahren, was wir in der vergangen Woche Tolles erlebt haben.
Aber erst mal zu Donnerstag, da stand ハイキング - Wandern auf dem Programm. Wir sind nach Kyoto gefahren, um den 銀閣寺(Silbernen Tempel) zu bestaunen. Der ist eigentlich gar nicht aus Silber und war so spektakulär, dass Mercy und ich erst einmal daran vorbeigelaufen sind, ohne ihn entsprechend zu würdigen. Als man uns dann sagte, dass dieser kleine, etwas verdreckt aussehende Tempel der 銀閣寺 ist, haben wir die Huldigungen selbstverständlich umgehend nachgeholt. Die Natur drum herum war dafür umso schöner und ich freue mich darauf, im Winter mit Timo noch einmal dort vorbeizuschauen.
Der Rest unseres Wandertages war mal wieder typisch japanisch, nämlich komplett undurchdacht und unorganisiert. Wir sind mit knurrenden Mägen (inzwischen war es 13:30 Uhr) zur Kyoto-Uni marschiert, um dort zu essen. Anschließend sind wir in ein Museum gegangen, wo wir einiges ueber Affen, Bären, Ameisen und sonstiges Getier gelernt haben und dann wurde uns noch die Ehre zuteil, den Leiter der literaturwissenschaftlichen Fakultät der Kyoto-Uni kennen zu lernen. Der hatte aber nur 5 Minuten Zeit fuer uns (Aaaaaaaaahhhhhhh, warum starten Japaner immer total blödsinnige Aktionen???)Ein zweiter Tempel, den wir ansehen wollten, hatte schon geschlossen und wir haben uns auf die Suche nach einem Restaurant begeben. Unsere Lehrer hatten natürlich nirgends reserviert. Ist ja auch ein Leichtes, zur Rush Hour mit 20 Leuten irgendwo unterzukommen... Wir haben dann doch noch ausreichend Plätze in einem japanischen Restaurant ergattern können und dann beging unser Oberlehrer Kohsaka seinen entscheidenden Fehler (ist aber typisch japanische Art). Er hat gesagt, wir sollten fuer Essen uns Getränke 1000 Yen bezahlen, den Rest zahlt er. Er weiß offenbar nicht, dass Deutsche in der Lage sind, viel zu essen und noch viiieeel mehr zu trinken... Naja, hinterher ist man immer schlauer. Wie hoch die Rechnung am Ende war, haben und werden wir nie erfahren...
Nach gerade mal fünf Stunden Schlaf hab ich mit Ronja Freitag früh Danny vom Bahnhof abgeholt. War so schön, ihn wiederzusehen. Haben dann erst einmal gefrühstückt und sind anschließend zum Flughafen gefahren, damit Herr Bleck sein Rückflugticket abholen kann. Ging aber nicht und so haben wir viel Zeit verschwendet. Wir sind dann nach 新今宮 aufgerbrochen und Danny und ich sind zusammen Achterbahn gefahren, was Danny unbedingt für das Wochenende geplant hatte. Anschliessend sind wir durch Den Den Town Richtung なんば marschiert, stets auf der Suche nach einem Writing Denshi. Bei Bic Camera wurden wir dann endlich fündig. Es gab aber nur noch zwei und ich habe erst einmal verzichtet. Bevor ich dieses Land verlasse, will ich aber unbedingt auch eins haben. Man kann damit nämlich die Kanjis schreiben und suchen lassen und muss nicht umständlich Striche zählen und sich mit Radikalen befassen. Eine schlaue Erfindung also!
Das Umeda Sky Bulding stand als nächstes auf unserem Programm. Das 1993 erbaute Gebäude hat eine Höhe von 173 Metern und 40 Stockwerke. Es ist das einzige Gebäude Osakas mit einer Aussichtsplattform im oberen Stockwerk, von dem man einen atemberaubenden Rundblick auf Osaka hat. Es wurde wegen der zahlreichen Erdbeben in der Region schwimmend in einer Ölwanne gelagert. Dort haben wir uns mit Sven, Hiroaki und Miho getroffen.
Anschließend waren wir beim Karaoke, Sven wollte so gerne in einen bestimmten Laden, der sich aber als teuer und wenig spektakulär entpuppte. Naja, einmal und nie wieder!
Zurück im Wohnheim haben wir in Dannys Gästezimmer, welches eher eine riesige Wohnung ist, noch geklönt. Danny und ich haben nebenbei auch noch eine Flasche Baileys geleert. War lecker und schmeckte nach Deutschland. Mal was anderes als diese süssen japanischen Mixgetränke, die wir sonst immer konsumieren.
Am nächsten Morgen sind Danny, Mercy und ich zum Grab vom Kaiser Nintoku marschiert, der nicht weit vom Wohnheim begraben liegt. Der Arme scheint aber die Ruhe zu schätzen, denn man kommt nicht gerade nahe an das Grab heran, eigentlich gar nicht. Also haben wir von der Ferne ein Foto geschossen und sind zurück zum Wohnheim marschiert. (Das Foto ist eine Luftbild-Aufnahme und stammt NICHT von mir.) Diese „Schlüssellochgräber“ sind eine rein japanische Entwicklung. Die oft ausgemalte Grabkammer lag in dem runden Teil, der typischerweise den vorderen, nach Süden oder Westen ausgerichteten, keilförmigen Teil überragt. Die sich nach oben verjüngenden Grabhügel weisen je nach Größe entlang von Höhenlinien meterbreite Absätze auf, die den Kofun verschiedene Stufen geben. Kleinere, einstufige sowie zweistufige Tumuli werden örtlichen und regionalen Würdenträger zugeschrieben, während ab einem dreistufigen von einem Kaisergrab ausgegangen wird. Das größte Kofun, das des Kaisers Nintoku, wurde mit sieben Stufen erbaut.Sven und Ronja sind dort zu uns gestoßen. Während Ronja damit beschäftigt war, Danny die Haare kurz zu raspeln, wollte ich Pfannkuchen machen, was sich aber als unmögliches Unterfangen herausgestellt hat. Unsere Pfanne ist ungeeignet und der Gasherd ebenfalls. Auch Kaiserschmarn konnten wir daraus nicht zaubern, also mussten wir die vielen gekauften und schon aufgeschlagenenen Eier zu Rührei verarbeiten.
Wir waren noch bowlen und auch noch kurz im Game Center (irgendwie ist das nicht mehr so toll wie am Anfang).
Sven und Ronja waren so scharf auf so einen Laden, in dem man gebrauchte Bücher zu Spottpreisen kaufen kann und so haben wir den Abend damit verbra(u)cht, zwei solcher Book-Off-Läden zu finden. Ging aber nicht. Zum einen hatte Sven keine Wegbeschreibung und seine Handy-Navigationsfunktion war für`n A...
Total kaputt sind wir zurück ins Wohnheim, wo Danny noch eine Weile an meinem Mac herumgebastelt hat und meine vielen macbezogenen Fragen geduldig beantwortet hat.
Sonntag haben wir es uns mal gegönnt, etwas länger zu schlafen. Nach dem Frühstück sind wir zum Uni-Fest gefahren, waren aber von den vielen herumbrüllenden japanischen Studenten schnell genervt und haben für unser Mittagessen eingekauft. Unsere Spaghetti Bolognese waren nicht gerade der Hit, viel zu süß (Warum schmeckt in Japan ALLES süß?).
Dann sind wir zum Bahnhof gefahren, haben Dannys Sachen in einem Schließfach verstaut und sind shoppen gegangen. Habe endlich mal おみやげ (Mitbringsel) kaufen können. Ihr kennt mich ja, kann so etwas ja nicht am Ende meines Aufenthaltes machen, sondern lieber gleich (Weihnachtsgeschenke im Sommer zu kaufen ist cool!)
Um 22 Uhr mussten wir uns dann von Danny verabschieden. War voll doof, aber hoffentlich können Ronja und ich ihn in zwei Wochen in Hiroshima besuchen.