Gestern war ein eher ruhiger Tag, wohl auch, weil wir alle irgendwie geschafft waren vom ganzen Herumlatschen die Tage zuvor.
Ich habe verzweifelt versucht, einen japantauglichen Adapter für meinen Kamera-Akku zu finden, aber selbst bei ビグカメラ(Big Kamera) gab es ihn nicht. Also muss ich mir mein Kabel aus Deutschland schicken lassen, obwohl ich nicht mal weiß, wo ich das hingetan hab. Klasse!
Während Danny und Tina gestern zum Osaka Schloss aufgebrochen sind, haben Ronja, Bento und ich die nähere Umgebung erkundet, hauptsächlich なんば(Namba). Wir haben tatsächlich moderne Gebäude entdeckt und wissen nun übrigens auch, dass das Viertel, in dem wir momentan leben, 新今宮(Shin Imamiya), ein, sagen wir, Viertel niedrigeren Niveaus ist.
Nach einem gemeinsamen Abendessen sind wir zu fünft dann zum Bowling aufgebrochen. Das war echt günstig im Vergleich zu Deutschland und wir haben wieder viel Neues entdeckt, z. B. eine Art Parkplatz für Regenschirme oder Bowlingkugeln für 5 Finger.
Die Bowlingschuhe gab es übrigens aus dem Automaten. Automaten gibt es in Japan ohnehin recht viele, eigentlich an jeder Straßenecke mindestens zwei Getränkeautomaten. Das kommt uns eigentlich auch recht gelegen, da man bei den momentanen Temperaturen ständig Durst hat.
Bento hat beim Bowling übrigens gewonnen, ich landete auf dem zweiten Platz. Auf dem Weg zurück zum Hotel hat sich Bento dann noch eine Portion たこ焼き (Takoyaki) bestellt, also Tintenfischbällchen mit Ketchup und Majo und Fischflocken bestreut. Danny und ich haben gleich gesagt, dass das nicht gut aussieht, aber Bento und Ronja hat es geschmeckt. Tina hat auch probiert und musste anschließend zum nächsten Klo...
Heute dann war ein echt spannender Tag. Nach einem gemeinsamen Frühstück um 10 Uhr in der Hotellobby (die eigentlich viel mehr eine große Nische im Flur unserer Absteige ist), haben wir uns von Danny und Tina verabschiedet, die um 14 Uhr Richtung Nagoya zu Doro aufgebrochen sind.
Ronja, Bento und ich haben uns beim Bahnhof mit Noriyuki, Ronjas Brieffreund, getroffen, der uns zur Uni, 大阪市立大学 (Osaka Shiritsu Daigaku – Osaka City University, kurz OCU) gebracht hat und uns auch herumgeführt hat. Irgendwie haben wir dann auch unsere Zuständige, Frau 松村 (Matsumura) getroffen. Eigentlich wollten wir nur wissen, wann wir ins Studentenwohnheim können, aber sie hat gleich angefangen, uns alles Mögliche zu erzählen und wollte uns noch unseren Fachbereich zeigen, was dann doch jemand anderes getan hat und dann haben wir sogar unseren Japanisch-Professor getroffen (der war auch in Deutschland bei der Summer School). Der Campus ist riesig, aber recht schön, voller Nadelbäume und Palmen. Die Bibliothek hat 11 Stockwerke!!! Da können wir nicht mithalten. Aber irgendwie roch es in einigen Gebäuden ganz merkwürdig, irgendwie faulig?!
Auf jeden Fall können wir unsere Zimmer erst am 2. Oktober beziehen. Dann bekommen wir auch gleich das Sponsor-Geld von der Uni. Die Zimmer verfügen über Bett, Schreibtisch, Stuhl, Klimaanlage, Telefon, Kühlschrank, Balkon und Badezimmer mit Dusche und WC. Ob ein Internetzugang über WLAN möglich ist, wusste 松村さんnicht ganz genau, war aber zuversichtlich.
Ach ja, auf dem Rückweg von der Uni zur Bahnstation 杉本町 (Sugimotochou, Entfernung ungefähr wie von Dammtor zum AAI) mussten wir Bahngleise überqueren. Anders als bei uns schließen sich hier manchmal die Schranken aber bereits 10 Sekunden nachdem sie hochgegangen sind wieder, so dass man quasi um sein Leben laufen muss. Na ja, dass Japan merkwürdig ist, wissen wir ja schon seit einigen Tagen.